Wer kennt die folgende Situation nicht? In einem Meeting oder beim Abendessen mit Freunden ist die Stimmung gekippt. Die Luft ist zum Schneiden dick und das nächste falsche Wort lässt die Bombe platzen. Jetzt einfach das Thema zu wechseln, wäre eine Möglichkeit die Situation zu entspannen – und ist im privaten Umfeld auch häufig das Mittel der Wahl. Im Job steht dieser Ausweg leider nur selten zur Verfügung. Was aber in beiden Kontexten hilft, ist Humor. Ich meine damit nicht, die Situation ins Lächerliche zu ziehen oder einen platten Witz zu reißen.

Ich meine die Form von Humor, die Weichzeichner und Bewältigungsmechanismus, Kitt und Motivator zugleich ist. Nur ist diese Gabe der heiteren Gelassenheit eine wahre Kunst und nur wenige beherrschen sie wirklich. Denn sie setzt Intelligenz, Kreativität und Erfahrung voraus. Und ohne Achtsamkeit für die eigenen Befindlichkeiten und die Befindlichkeiten der Umgebung liegt man hier ganz schnell ganz daneben.

Richtig eingesetzt glättet Humor die Wogen, entspannt die Lage und bewahrt vor Überreaktionen. Denn im Gegensatz zu den in solch heiklen Situation ja ebenfalls anwesenden Emotionen wie Wut, Aggression oder Angst ist das Ziel von Humor nicht Handlung (Kampf oder Flucht), sondern Entladung. Außerdem signalisiert der, der in so einer aufgeladenen Situation humorvoll reagieren kann: ich habe meine Aggressionen unter Kontrolle. Auf so jemanden kann man sich verlassen, man kann ein bisschen Verantwortung abgeben und sich ein wenig entspannen. Da ist jemand, der (noch) weiß, was er tut und gegen den ich mich nicht auch noch schützen/verteidigen muss. Denn humorvolle Menschen gelten als unkomplizierte, unterhaltsame, freundliche Menschen, die gelassen reagieren und einen nicht bedrohen.

Gerade für Führungskräfte ist ein gut geerdeter und authentischer Humor im Umgang mit Teams, Konflikten, Krisen und Entscheidungen Teil ihres Erfolges. Und lern- bzw. erweiterbar. Im Somatic Coaching erkunde ich mit Ihnen welche Glaubenssätze und Stressmuster Ihnen hier in die Quere kommen. Für mehr innere Flexibilität und Leichtigkeit. Und jede Menge Spaß.

Man kann Menschen immer nur vor den Kopf gucken. Heißt es. Und doch versuchen wir – bewusst oder unbewusst – bei jedem zwischenmenschlichen Kontakt „in“ den Kopf unseres Gegenübers zu gucken. Das ist Teil eines durchweg sinnvollen und überwiegend erfolgreichen Überlebensmechanismus. Denn für unser Überleben war und ist es wichtig, Angst, Sorge, Enttäuschung oder Wut eines anderen Menschen zu erspüren – um z. B. die Beine in die Hand zu nehmen und uns in Sicherheit zu bringen oder uns für einen Kampf zu wappnen.

In Bruchteilen von Sekunden laufen unsere Wahrnehmungen durch die Datenbank unserer Erinnerungen und unsere logischen Fähigkeiten helfen uns, all die Informationen zu sortieren. Und natürlich ziehen wir parallel auch unsere Gefühle und Intuitionen zurate.

Und ab jetzt kann es kompliziert werden. Denn wenn die Datenbank unserer Erinnerungen lückenhaft oder verzerrt ist, können die Folgen schwerwiegend sein. Missverständnisse sind dann vorprogrammiert.

Gefüttert wurde und wird unsere Datenbank seit dem Moment unserer Geburt und all die subtile Signale und Hinweise auf die wir heute reagieren, haben wir irgendwann einmal von Angesicht zu Angesicht gelernt – oder eben nicht. Denn die Fähigkeit der Empathie und des Gedankenlesens lernt ein Mensch nur im Kontakt mit einem anderen Menschen. War dieser Mensch jedoch, aus welchen Gründen auch immer, nur eingeschränkt in der Lage uns hier ein gutes Gegenüber zu sein, waren und sind Lücken und Verzerrungen in unserer Datenbank die Folge.

Wie sehr diese Lücken, unsere eigenen Vorurteile, Komplexe, Empfindlichkeiten und verzerrten Erinnerungen unsere gesamte Kommunikation beeinflussen, stören und verfälschen (können), ist ein in meinen Augen viel zu häufig unterschätzter Faktor.

Studien haben gezeigt, dass das Gedankenlesen zwischen Fremden mit gerade mal 20 % und zwischen engen Freunden und (Ehe-)Partner gerade mal mit 35 % Treffsicherheit funktioniert.

Diese Zahlen machen wohl deutlich, wie wichtig es für jeden Einzelnen ist, herauszufinden, welche 80 bzw. 65 % ihm oder ihr in die persönliche Quere kommen.

Kennen Sie auch Menschen, die auf jeden Pott einen Deckel haben? Egal, was man ihnen rät, sie haben alles schon mindestens einmal ausprobiert und nichts hat funktioniert. Und wenn man ihnen so zuhört, können sie einem wirklich leid tun. Sie bemühen sich, setzen sich mit den Dingen auseinander, schauen hinter die „Kulisse“ und doch: all ihr Bemühen erscheint einfach sinnlos und kostet Kraft. Die ganze Welt scheint sich gegen diese Menschen verschworen zu haben.

Als Gesprächspartner sind diese Menschen eher in die Kategorie ‚anstrengend’ einzustufen. Denn sie stecken scheinbar an allen Ecken und Kanten ihres Lebens in einem Dilemma. Und wie sie das präsentieren, lädt das Gegenüber dazu ein, sich auf eine Seite zu schlagen. Und schon sitzt das Gegenüber in der „Falle“: Kaum bezieht man hier eine Art Stellung, kommt das „Ja, aber …“ Dann versucht man, sich das Dilemma unter diesem Aspekt anzuschauen, und schon ist da wieder das „Ja, aber …“ Ein munteres Spielchen beginnt und als Gesprächspartner raucht einem schnell der Kopf. Und zu einem (guten) Ergebnis kommt man auch nicht.

Das Warum ein Mensch diese Kommunikationsstruktur entwickelt hat, ist vielschichtig. Ein Grund ist, dass hier als Kind der eigene Wille und die eigene Meinung nichts gezählt hat. Die Eltern oder auch andere Bezugspersonen haben „es“ besser gewusst, als das Kind und über dessen Meinung einfach drüber gebügelt. Das Kind hat u. a. gelernt, nach außen hin lieb und angepasst zu sein und innerlich zu denken: „Ich könnt mich alle mal. Ich weiß es besser!“

Der Haken an der Sache: Dieses ‚besser wissen’ hat zwar auch mal gestimmt, nur hat das Drüberbügeln dazu geführt, dass die eigenen Kriterien verschüttet wurden. Und so geht es nur noch ums dagegen sein, egal was der andere sagt. Nur was man selber WILL … Keine Ahnung (mehr).

Kleiner Tipp, wenn Sie mit so einem Menschen beim Kaffee sitzen: Sobald Sie merken, dass Sie sich anstrengen, STOPP! Hier ist der (Kommunikations)Schlüssel: fragen, fragen, fragen und nochmals fragen. „Was willst denn du?“ „Um was geht es dir?“ „Woran würdest du merken, dass …?“

Wenn Sie mehr über diese Kommunikationsstruktur und den Umgang damit wissen möchte, empfehle ich Ihnen eine Coaching-Sitzung bei mir. Denn Dank meiner NARM-Ausbildung bei Larry Heller bin ich eine wahre Meisterin wenn es ums „Ja, aber …“ geht.

Wer von uns kennt ihn nicht? Die Stimme aus dem Off, die jede unserer Aussagen, jeden unserer Gedanken kommentiert und bewertet? Manchmal kurz, knapp und präzise. Manchmal eher ein Geräusch, wie ein (resigniertes) Seufzen. Manchmal kann es auch nur eine Augenbraue sein, die hochgeht. Aber immer macht der Kritiker eins: Uns klein. Immer hätten wir etwas besser machen können, wenn wir uns nur mehr Mühe gegeben hätten. Aber da wir nun einmal so sind wie wir sind, … Schade. Schade. Schade.

Und viele von uns haben diese Stimme so internalisiert, dass wir sie schon gar nicht mehr wirklich hören. Sie gehört einfach dazu und eigentlich hat sie ja Recht. Und meint es ja eigentlich nur gut mit uns. Und wenn wir nur …, ja dann … Was dann? Wären wir dann wirklich glücklich(er), reich(er), zufrieden(er)? Hören wir jetzt mal auf eine andere Stimme in uns drin, wäre die Antwort: Nein, wären wir nicht. Denn darum geht es nicht. Das Grundbedürfnis ist (endlich!) gesehen zu werden. Und da das gleichzeitig unsere größte Angst ist, machen wir uns vorher vorsichtshalber selber klein.

Denn irgendwann einmal war diese Stimme wirklich und real eine Stimme im Außen und was sie uns damals gesagt hat, hat so weh getan, dass wir die Stimme in unseren eigenen Kopf geholt haben. Um sie (vermeintlich) kontrollieren zu können. Damit sie uns nicht mehr wehtun kann. Denn wenn wir „schneller“ sind, können wir unser Verhalten anpassen, bevor es wieder passiert.

Nur war die Intention der Stimme im Außen nie UNS vor irgendetwas zu beschützen. Was eigentlich geschützt werden sollte, waren die eigenen Defizite und Wunden des Sprechers. Denn nichts bringt einen Erwachsenen mehr mit z. B. der eigenen Leblosigkeit im Innen in Kontakt, als das Beobachten ein lebhaftes Kind im Außen. Und das war gefährlich. Also ging es in Wahrheit nur um Kontrolle unter dem Tarnmäntelchen der Liebe.

Ein blödes Spiel, denn hier kann es nur Verlierer geben. Hier hat niemand die Chance zu gewinnen.

Lauschen Sie doch in der nächsten Zeit mal auf Ihren inneren Kritiker. Was er so sagt und meint. Und achten sie mal drauf, wie schnell die Rechtfertigung, dass er es ja nur gut meint, dazu kommt. Das ist die Falle in der wir seit unserer frühen Kindheit sitzen. Und wenn Sie dann ein bisschen Wut irgendwo ganz tief in sich drin vielleicht ein wenig meinen spüren zu können, ist das der erste Schritt raus aus der Falle. Und wenn dann noch im gleichen Maße Liebe dazu kommen darf, können Sie die Falle endlich hinter sich lassen. Und wenn ich Sie jetzt komplett verwirrt habe und Sie wissen wollen, wie das denn bitte gehen soll, freue ich mich drauf, Ihnen das im Coaching ausführlich zu erklären.

Bei diesem Satz sträuben sich mir die Nackenhaare. Ihnen auch? Ich für meinen Teil kann Menschen nur vor den Kopf schauen. Und auch wenn die Körpersprache und die Mimik viel über die Gedanken die im Kopf ablaufen verrät, was genau da hinter der Stirn gerade gedacht wird, weiß nur der Denker. Und selbst der manchmal nicht. Leider meinen aber gerade deswegen viele Therapeuten und Coaches, dass sie wüssten, was gerade beim anderen geschieht. Denn sie haben schließlich die Erfahrung, das Studium … was auch immer. Und geben ihr „Wissen“ auch gerne und bereitwillig preis. Folgt der Klient dem dann nicht, spricht man gerne von Widerstand. Was in meinen Augen (sorry für den harten Begriff) simpel Bullshit ist.

Ich kann als Coach vermuten, was bei meinem Klienten gerade los ist. Ich kann ihr oder ihm meine Vermutungen auch mitteilen. Aber ich kann es nicht wissen. Und ich kann ihm auch nicht sagen, dass das was er mir da antwortet nicht das ist, was er gerade gedacht hat. Ich habe schließlich keine Löcher in den Händen und auch keine Glaskugel in meinem Coaching-Zimmer. Und das ist auch gut so.

Ich spiegele meinen Klienten was ich sehe und wahrnehme und manchmal haben meine Klienten das selber auch bereits bemerkt und manchmal eben (noch) nicht. Dann ist es vielfach erhellend, das Gespiegelte auch mit in die eigene Wahrnehmung aufzunehmen, denn dadurch werden unbewusste Teile eines Musters bewusst und somit veränderbar.

Ich kann das, was ich wahrnehme nur als Angebot an meinen Klienten geben. Als Angebot zu schauen, ob das was ich wahrgenommen habe, in der Eigenwahrnehmung so war. Und von da aus zu schauen, was sich verändert, wenn sich etwas verändert.

Ich persönlich hüte mich vor Menschen, die wissen was ich denke und was gut für mich ist. Sie auch?

Wenn wir uns oder andere nach Beweggründen fragen, fragen wir gerne Warum-Fragen. Warum tust du x – oder eben nicht? Warum hast Du nicht daran gedacht? Warum geht das nicht? Warum-Fragen haben nur einen Haken: Sie stellen den Empfänger der Frage schnell mit dem Rücken an die Wand, denn auf eine Warum-Frage kann man fast nur mit Rechtfertigungen antworten.

Kinder können eine Erwachsenen mit ihren Warum-Fragen schier in den Wahnsinn treiben, denn jede Antwort zieht die nächste Warum-Frage nach sich. Eine Freundin von mir beendete diese Warum-Folter ihres Juniors mit dem Satz: „Weil Joghurt keine Knochen hat.“

Ich frage in meinen Coachings lieber die Wofür-Frage: Wofür ist es gut, xy zu tun – oder nicht zu tun? Denn irgendwann in unserem Leben war das gezeigte Verhalten sinnvoll. Nur weil es heute sinnlos erscheint, ist es das noch lange nicht. Wir wiederholen gerade ein bewährtes Verhaltensmuster und nur an dem Nicht-Erfolg merken wir, dass irgendwas nicht stimmt. Warum-Fragen führen beim Herausfinden, wo der Haken ist, nur tiefer ins Problem und in Selbstvorwürde. Wofür-Fragen machen den Blick weiter, denn sie beinhalten die Annahme, dass das was wir da tun, sinnvoll ist.

Probieren Sie es mal aus und tauschen Warum gegen Wofür. Alleine die Frage umzuformulieren, kann einem die Schuppen von den Augen fallen lassen.

Heucheln ist ein uraltes Phänomen und im Grunde nichts anderes als inszeniertes Lügen: man täuscht ein Gefühl vor, das man nicht wirklich empfindet, um beim Gegenüber eine bestimmte Reaktion auszulösen. Denn Heucheln basiert auf der Entdeckung, dass wir andere manipulieren und unseren Willen durchsetzen können, wenn wir ihnen unsere Gefühle offenbaren.

Da wo Menschen in Abhängigkeitsverhältnissen ihren Lebensunterhalt verdienen, ist Heucheln ein unverzichtbarer Teil des Verhaltensrepertoires. Denn machen wir uns nichts vor: Freundlichkeit ist im Geschäftsverkehr fast ausnahmslos geheuchelt. Oder meinen Sie wirklich, der Autohändler mag Sie um Ihrer selbst willen? ;-) ))

Und dem Chef gegenüber seine wahren Gefühle und Gedanken zu zeigen, ist auch nicht immer karriereförderlich. Für viele Chefs und Manager ist genau das eine der schwierigsten „Nebenwirkungen“ ihrer (hohen) Position: wem können sie trauen, was können sie glauben?

Hinzu kommt, dass viele Menschen in einer Umgebung aufgewachsen sind, wo das Äußern der eigenen Gefühle und der eigenen Meinung – ich nenne es mal vorsichtig – ungesund war. Zu Heucheln wurde dadurch zu einem wichtigen Überlebensmechanismus. Und dieser Überlebensmechanismus wirkt auch noch in der heutigen, erwachsenen Zeit in unterschiedlicher Intensität weiter. Manchmal so intensiv, dass wir es selber nicht mehr merken.

Aber woran kann man selber erkennen, ob man gerade heuchelt oder die Wahrheit sagt? Pauschal ist diese Frage schwierig zu beantworten und je nachdem wie pathologisch das Heucheln (schon) ist, ist die Grenze auch schwer zu ziehen. Aber ein Hinweis kann sein, ob das Gesagte sich neutral anfühlt. Löst die eigene Aussage weder so etwas wie Nervosität noch Euphorie aus, sind wir zumindest unserer eigenen Wahrheit nahe. Denn würden wir uns selbst belügen, würde unser Körper sich wehren.

Kennen Sie diesen blöden Spruch? Mit „Bist du aber nicht“ ist die Sache eigentlich getan. Nur löst dieser Spruch häufig eine komplexe Gedankenkette aus. Tue ich das Richtige? Habe ich etwas übersehen? Ist mein Verhalten/Plan/Vorgehen falsch? Was wäre denn besser?

Und schon hält der Selbstzweifel Einmarsch. Denn was der Urheber dieses Spruches einem häufig nicht mitliefert, ist das er oder sie in dieser Situation tun würde. Und warum. „Ich mein ja nur“ oder „Denk mal drüber nach“ sind auf Rückfrage üblicherweise die Antwort.

Sich hier nicht beirren zu lassen, ist nicht leicht. Aber ein Blick auf die (mögliche) Motivation des Gegenübers kann helfen. Denn manchmal versucht der Andere einen so von etwas abzuhalten, was er sich selber nie trauen würde. Vielleicht aus Angst oder Neid. Und so wird der Umgebung etwas madig gemacht, um das eigene „Kleinhalten“ zu tarnen. Wenn die anderen es nicht tun, fällt ja nicht auf, dass ich es auch nicht tue. Und ich mich nichts erklären.

Daher ist es bei so einer Aussage immer gut, auf beide zu schauen. Was macht es mit mir und warum sagt der andere das? Den anderen können wir nicht ändern, aber wir können an der Wirkung auf uns etwas ändern. Und dann ist mit „Bist du aber nicht“ die Sache wirklich erledigt.

© 2011-2012 Coach Karin Intveen v1