Ja, das Leben ist Veränderung und ja, man geht nicht zweimal an den gleichen Fluss … Ja, ja. Das meine ich mit meiner Frage nicht. Ich möchte wissen, ob Sie sich wirklich (ver)ändern WOLLEN? Also auch mal raus aus Ihrer Komfortzone und rein ins Nicht-Wissen? Raus aus den Mustern, die Sie eh kennen und rein in … Nun, das gilt es herauszufinden.

„Wasch mich, aber mach mich nicht nass“ hat nichts mit Veränderung zu tun. Denn bitte nur ein bisschen Veränderung ist wie nur ein bisschen schwanger: nicht möglich.

Viele aber bekommen Angst oder fühlen sich unsicher, wenn sie ihre Komfortzone verlassen sollen. Vielleicht weil sie Sorge haben, dass sie irgendwo landen, wo sie überhaupt nicht hinwollen. Oder weil sie Angst haben, manipuliert zu werden. Denn nur weil das Gegenüber „Coach“ auf der Klingel stehen hat, muss er oder sie ja nicht Recht haben.

Stimmt alles. Und all die Sorgen sind in meinen Augen auch berechtigt. Nur sollten die Sorgen nicht als Ausrede herhalten und einen nicht davon abhalten, sich zu verändern. Vielmehr sollten sie der Anreiz sein, bei der Wahl seines Coaches noch sorgfältiger zu sein. Noch genauer hinzuschauen, wie es der potentielle Coach denn z. B. mit dem Thema Selbsterfahrung bei sich selber hält. Predigt da jemand Wasser und säuft Wein? Denn dann gebe ich Ihnen recht: hier wäre ich auch vorsichtig.

Nehmen wir mal an, Sie haben den für Sie passenden Coach gefunden, bleibt immer noch die Frage: Wollen Sie sich wirklich verändern? Wollen Sie ran an die alten Krusten? An die alten (Vor-)Urteile? Oder wollen Sie Ihren (alten) Standpunkt bestätigt haben und sich, wenn das nicht kommt, rechtfertigen und verteidigen?

Veränderung setzt, zumindest für einen Moment, Nicht-Wissen, Irritation und Neuorientierung voraus. Denn nur dann entsteht Raum für neue Gedanken, neue Ideen und neue Perspektiven. In den alten Schubladen weiterzudenken, kann leichter sein. Also: wie nass darf es werden?

Im letzten Beurteilungsgespräch wurde an einer Klientin von mir kritisiert, dass sie zuwenig Ecken und Kanten habe. Sie wäre eine tolle Führungskraft und ihre Mitarbeiter wären nur voll des Lobes, aber … Sie war ein wenig ratlos und wusste nicht so recht, was sie mit dieser Aussage anfangen sollte. Ecken und Kanten? Nun, wie bekommt man die? Eigentlich vom Leben. Nur was, wenn einem genau das die eigenen Ecken und Kanten aberzogen hat? Wenn die eigenen Ecken und Kanten Ursache für viel Schmerz, Stress und Ärger waren?

Manche gehen dann den Weg und suchen sich im Außen jemanden mit Ecken und Kanten und den versuchen sie dann nachzumachen. Manchmal gibt es da auch jemanden mit zu vielen Ecken und Kanten und bei dem versucht man dann abzugucken, wie man es besser nicht macht. Kann funktionieren, wird aber immer kopierte Ecken und Kanten hervorbringen – und das merkt das Gegenüber. Die Forderung im nächsten Beurteilungsgespräch wird dann vielleicht mehr Authentizität sein. Und sucht man wieder im Außen …

Sich hier auf die Suche nach den eigenen Ecken und Kanten zu machen und wann, warum und wie sie einem aberzogen wurden, ist in meinen Augen die sinnvollere und nachhaltigere Strategie. Und eine der Stärken von Somatic Coaching. Denn durch diese besondere Form des Coachings wird das Widerentdecken der eigenen Ellbogen zu einer ganzheitlichen Erfahrung. Was hilft es einem denn schon im Kopf zu wissen, wie andere ihre Ellbogen erfolgreich einsetzen, wenn man keine Ahnung von der Kraft und Macht der eigenen hat? Dann kann es schneller als einem lieb ist passieren, dass man über die Grenze hinaus schießt und Schaden anrichtet.

Hier Stück für Stück die eigenen Ecken und Kanten im Kopf und im Körper auszutesten und die eigene, authentische Grenzen zu entdecken, ist ein spannender Prozess. Der manchmal auch ein wenig Angst machen kann. Lassen Sie sich hier im Rahmen eines Somatic Coachings begleiten. Ich bin neugierig auf jede Ihrer Ecken und Kanten.

Diesen Tipp hatte ein Klient von mir von Freunden bekommen als er bei der Frage, ob er den neuen Job annehmen solle oder nicht, nicht so recht weiterkam. Nur „sprach“ sein Bauch nicht mit ihm oder besser gesagt, dass was ihm sein Bauch da so sagte, war für ihn unverständlich und verwirrend.

Der Bauch ist zwar auch für mich als Somatic Coach ein nicht zu unterschätzender Faktor, nur ist – gerade bei einer wichtigen beruflichen Entscheidung – „Hör auf Deinen Bauch“ kein guter Rat. Eine solche Entscheidung ist viel zu komplex, als das man sie nur aus dem Bauch heraus treffen sollte. Hier braucht es den Kopf und den Bauch – und darüber hinaus noch etwas, dass man als Metaebene bezeichnen kann.

Als Coach repräsentiere ich diese Metaebene und lade meine Klienten ein, gemeinsam mit mir von hier aus auf ihre Fragestellung zu schauen. Hierfür nutze ich gerne mein Sys-Tool, ein Systembrett speziell für den beruflichen Kontext. Die kleinen farbigen Magnetwürfel waren für meinen Klienten das ideale Hilfmittel, um all die verwirrenden und scheinbar gegensätzlichen Gedanken, Emotionen und Empfindungen zu sortieren.

Und so entstand in mehreren Schritten ein Lösungsbild, denn mein Klient konnte einige Dinge ausprobieren, wieder verwerfen, optimieren und in aller Ruhe auf sich wirken lassen. Am Ende der Coaching Sitzung war klar, wohin die Reise gehen soll und auch vom Bauch kam ein klares und deutliches „Ja!“ zu der erarbeiteten Lösung.

Ja, es ist gut auf den Bauch zu hören – und wenn man ihn nicht versteht dies als Hinweis zu nehmen, dass noch etwas fehlt. Und bei dieser Suche helfe ich Ihnen gerne.

Viele Menschen wissen, was sie NICHT wollen. Warum sie es (so) nicht wollen. Sie wollen z. B. nicht mehr in dieser Firma, nicht mehr in diesem Job arbeiten. Sie wollen nicht mehr allein oder nicht mehr in dieser Beziehung sein. Sie wollen nicht mehr dick sein. Sie wollen nicht mehr so viel Stress haben … So weit so gut. Denn es ist gut, Kriterien zu haben nach denen wir beurteilen können, was wir nicht wollen.

Die Sache wird erst kompliziert und leicht hektisch, wenn im Coaching dann die logische Frage kommt: „Was wollen Sie?“ „Keine Ahnung, deswegen bin ich ja hier. „ „Sagen Sie es mir.“ „Egal, Hauptsache anders.“ Und dann mache ich mich mit meinen Klienten auf die Suche. Denn Fakt ist: Ich weiß nicht, was für meinen Klienten richtig ist. Und ich werde einen Teufel tun, mir das anzumaßen.

Also setze ich mich innerlich neben meinen Klienten und schaue für eine Weile in die gleiche Richtung. Was sehen wir dann, wenn wir gemeinsam wegschauen von all dem was nicht gewollt wird? Denn hier liegt ein Teil des Problems: Durch die Fokussierung auf das, was ich „weg von“ nenne, sehen wir das „hin zu“ nicht. Und so tippe ich im übertragenen Sinne meinen Klienten im Coaching auf die Schulter und lade sie ein, sich einmal mit mir gemeinsam umzuschauen, was denn „da“ noch so alles ist außer dem altbekannten „weg von“.

Durch meine Neugier und Offenheit und mein Vertrauen, dass „da“ auch wirklich etwas ist, gepaart mit dem Faktor Zeit, kann man sich dann in aller Ruhe umschauen. Manchmal ist da zunächst scheinbar nichts und man würde am liebsten ganz schnell wieder auf das „weg von“ schauen. Das ist normal und – wie viele meinen – kein Rückschlag oder Versagen.

Ich lade meine Klienten dann ein zu pendeln, zwischen dem „weg von“ und dem „hin zu“. Denn es geht nicht um ein „Entweder – Oder“. Es geht darum beides zu sehen und Kriterien dafür zu entwickeln, wann man wo ist und worauf der Fokus liegt. So pendelt man sich langsam ein und wie immer im Leben wird deutlich: Die Wahrheit liegt in der Mitte – und fühlt sich leicht an.

Ein Thema aus einer älteren Ausgabe von „Psychologie heute“ lautet: „Eine seltene Erfahrung: Respekt am Arbeitsplatz“. Es geht um das Bedürfnis der Menschen, an ihrem Arbeitsplatz von den Kollegen und vom Chef respektvoll behandelt zu werden. Laut einiger Studien ist das den Menschen wichtiger, als (mehr) Geld und Freizeit.

Nur wie zeigt man Respekt? Und wie nimmt man selber Respekt wahr?

Es ist leicht gesagt, ich fühle mich nicht respektiert. Nur wenn man dann mal nachhakt, wie es sich denn anfühlt, respektvoll behandelt zu werden, herrscht zumeist Stille.

Hintergrund dieses „Phänomens“ ist: Als Kinder waren wir von Menschen umgeben, die wussten, was gut für uns ist. Oder zumindest meinten, es zu wissen. Und je nachdem, wie viel Spielraum diese Menschen dem Kind gelassen haben, sich auszuprobieren, hatte das Kind die Chance eigene Kriterien zu entdecken. War hier wenig oder gar kein Spielraum, haben wir bereits als Kinder gelernt, zu re-agieren, statt zu agieren. Wir haben etwas getan und dann geschaut, wie die anderen reagieren. Passierte nichts oder wenig, war es o.k., waren wir o.k. Kam Gegenwind haben wir was anderes getan und wieder geschaut und so weiter und so weiter. Nur: jedem alles recht getan, ist ´ne Kunst die keiner kann.

War das aber die (Überlebens)Strategie unserer Kindheit, blieben für den Preis der Zugehörigkeit unsere eigenen Kriterien und Bedürfnisse unmerklich auf der Strecke.

Und heute schreien wir nach ihnen: wollen am Arbeitsplatz gesehen und respektiert werden. Wollen vom Partner gesehen und respektiert werden. Wollen von den Freunden, Bekannten und Nachbarn gesehen und respektiert werden.

Und haben doch vor nichts mehr Angst, als gesehen und respektiert zu werden. Denn was könnte der andere (schon) sehen? Unsere Unzulänglichkeit? Unsere Ecken und Kanten? Unsere Fehler? Schließlich haben wir in unserer Kindheit ausreichend oft gehört, dass wir nicht o.k. sind. Wie kann dann heute jemand behaupten, wir hätten das gerade gut gemacht? Wenn dieser jemand uns wirklich kennen würde, würde er so einen Mist nicht erzählen. Und schon verpufft ein Lob oder erbrachter Respekt im Äther. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Was bleibt, ist das Gefühl, nicht respektiert zu werden.

Dabei wäre die Lösung denkbar einfach: Wenn man für sich erkennt, welches Lob und welcher Respekt einem eigentlich fehlt und von wem, müsste man nicht mehr am Arbeitplatz, in der Beziehung oder in der Nachbarschaft danach suchen. Denn all diese Menschen können einen nicht mehr für das Bild, das man extra für Mama im Kindergarten gemalt hat, loben. Oder das so ersehnte Strahlen über die Ehrenurkunde bei den Bundesjugendspielen auf Papas Gesicht zaubern.

Hier aber kann Somatic Coaching ein kleines verletztes Stück Kindheit wieder heil machen. Damit heute ein ernst gemeintes Lob auch da ankommen darf, wo es hingehört: in unserer Seele.

Betrachtet man die Statistiken der Kranken- und Rentenversicherungen werden wir Deutschen immer kranker – und zwar im Kopf. Das Ärzteblatt hat bereits 2006 psychische Störungen als „Epidemie des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet. Und Die Zeit erklärte Depressionen 2004 zur neuen Volkskrankheit. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung lassen sich jährlich 50.000 Menschen wegen seelischen Problemen frühverrenten. Der DAK-Gesundheitsreport von 2005 besagt u. a., dass die Zahl der psychischen Leiden innerhalb von 10 Jahren um 68,7 % gestiegen ist.

Und dann gibt es Studien, die besagen, dass das alles so dann doch nicht ist, denn es könne kein eindeutiger Trend erkannt werden. Jede Generation hätte halt ihre Themen und nur weil man früher nicht in die Richtung psychischer Störungen geschaut hat – da waren andere Themen wichtig(er) – könne man eben auch keinen verlässlichen Vergleich ziehen.

Und so sagt das eine Lager, die Erkrankungshäufigkeit steigt. Und das andere Lager ist der Meinung, dass sich lediglich die Möglichkeiten verbessert haben, psychische Krankheiten als solches zu erkennen.

Und wir „Normalsterblichen“? Sind immer noch so schlau wie vorher. Und es stellt sich die Frage: Wie sinnvoll ist es überhaupt, hier pauschale Aussagen zu treffen? Denn Fakt ist: Die menschliche Psyche ist kompliziert und komplex. Hier kann jeder Versuch alles über einen Leisten zu brechen, nur scheitern.

Und die Betroffenen? Sie suchen in diesem Wirrwarr Orientierung – und finden sie eben nicht. Die Folge: Sie bleiben allein. Und trauen sich auch irgendwann nicht mehr, mit ihren Fragen nach draußen zu gehen.

Mein Tipp: Vergessen Sie Statistiken und hören Sie auf Ihren Körper! Machen Sie sich auf die Suche nach jemandem, der Ihnen hilft, das was Ihr Körper Ihnen sagen will, zu verstehen. Der nicht nur Ihren Kopf mit noch mehr Zahlen und Theorien füttert, sondern Sie da abholt, wo Sie gerade stehen.

Wo findet man solche Coaches? Nun, mich haben Sie ja schon mal gefunden. Aber leider gibt es noch nicht viele Coaches, die mit dem Kopf und den Wahrnehmungen arbeiten (können), aber wenn Sie in Google das Wort „Somatic“ oder „Somatisch“ eingeben, sind Sie auf der richtigen Spur.

Diesen Frage ist immer wieder ein Thema in Coaching-Sitzungen. Mal zu Beginn, mal „landen“ wir da. Und häufig ist diese Frage verknüpft mit Verzweiflung und Resignation, denn es fehlt die Antwort.

Viele Menschen wissen zwar sehr genau was sie nicht wollen, aber was sie stattdessen wollen, was besser wäre, … Fragezeichen über Fragezeichen. Weg-von klappt, hin-zu nicht. Und genau hier verzweifeln viele und machen sich für diesen Mangel innerlich nieder. „Ich müsste es wissen.“ „Das kann doch nicht so schwer sein!“ sind nur einige der Sätze, die dann fallen.

Aber Fakt ist: sie wissen es (noch) nicht. Punkt. Sich hier innerlich nicht nieder zu machen, sondern sich eher auf die Suche nach dem Grund für das Nicht-Wissen zu machen, ist der Weg zum Hin-zu. Denn das man es nicht weiß, hat einen Grund und erst wenn man den kennt, kann auch die Richtung klar werden.

Solange der Grund nicht gesehen und aufgelöst wird, wirkt er im Verborgenen weiter und wird jede neue Richtung durch ein ungutes Gefühl und gute Argumente dagegen sabotieren.

Da ich um diese Dynamik weiß, bin ich auch kein Freund von Veränderungsarbeit auf einer reinen Verhaltensebene. Denn dann bleibt auch die Veränderung auf der reinen Verhaltensebene – und ist kaum nachhaltig. Ändert sich nämlich nur ein wenig an den Parametern, kann das neue Verhalten schon nicht mehr funktionieren und die Verzweiflung und Resignation ist wieder da. Schneller als einem lieb ist.

Im Somatic Coaching erkunde ich mit Ihnen die Gründe – für nachhaltige Veränderungen.

Das Thema Wut ist ein heißes Eisen. Und je nachdem, wie in unserer Familie damit umgegangen wurde, sogar ein Tabu. Machen Sie sich doch einmal den Spaß und fragen Sie in Ihrem Kollegen- und Freundeskreis mal rum, was denn so alles mit dem Wort „Wut“ assoziiert wird. Sie werden überrascht sein.

Wütend sein bedeutet für viele, sich nicht im Griff zu haben und da ihnen das ja nicht passiert, sind sie eben auch nicht wütend. Wut wird manchmal als unschön (auch äußerlich) empfunden. Aber ich will Ihnen jetzt nicht allzu viel von dem verraten, was Sie als Antworten bekommen werden.

Ich überrasche meine Klienten gerne mit der Frage, wer in ihrer Familie denn wütend sein durfte und wer nicht? Und wenn Wut gezeigt wurde, wie damit umgegangen wurde. Spannende Fragen, die Sie sich vielleicht parallel zum Lesen auch einmal selber stellen können. Aber machen Sie sich keinen Stress, wenn Sie nicht gleich eine Antwort wissen. Denn gerade beim Thema Wut sind die Glaubenssätze in Familien häufig die am besten gehüteten Geheimnisse. Viel finden hier auf einer non-verbalen Ebene statt und genau deswegen sind diese Fragen ja so wertvoll.

Schließlich rennen wir mit diesem stillen Commitment durchs Leben und sind eben nicht wütend. Obwohl wir es sind – unten drunter. Denn da brodelt und kocht es. Selbst wenn wir das nach alter Familientradition versuchen zu negieren.

Kleine Warnung an dieser Stelle: verdrängte Wut kann krank machen. Denn irgendwo muss diese Energie hin. Und wenn sie nicht raus kann, geht sie rein. Rein ins System und da kann sie wirklich Schaden anrichten.

Wenn Sie aber genau darauf keine Lust haben – wovon ich einfach mal ausgehe – lade ich Sie ein, Ihre Wut einmal mit mir in einem Somatic Coaching zu erkunden. Und keine Sorge: ich kann gut mit Wut umgehen. Vor allem dann, wenn sie endlich in Fluss kommt.

So kann man die Idee hinter Somatic Coaching ganz gut zusammenfassen. Denn wenn wir Menschen in einem fast unschlagbar sind, dann ist das im Reden. Erklärungen sind fast nie Mangelware. Schließlich ist der Mensch ja eine „Sinngebungsmaschine“. Warum eine Situation ist wie sie ist, wer dafür verantwortlich ist oder auch nicht … all das können wir in unzähligen Worten beschreiben.

Nur wenn ich im Coaching dann z. B. frage: “Wie werden sie denn wissen, dass sie ihr Ziel erreicht haben? Wie würden sie das wahrnehmen?” ist meist erst einmal Stille. “Gute Frage! Keine Ahnung. Ich weiß es eben.”, ist dann häufig die Antwort. Eine Antwort mit der ich mich nicht zufrieden gebe. Und Sie sollten das auch nicht tun.

Denn gerade diese Fragen beantworten zu können, ist einer der Schlüssel für persönlichen Erfolg und persönliche Zufriedenheit. Denn die Antworten sind der Schlüssel zu unseren (inneren) Kriterien und ohne die kann niemand wissen, ob er sein Ziel erreicht hat. Wenn ich nicht weiß, wo meine Messlatte hängt, kann ich auch nicht wissen, ob ich erfolgreich drüber gesprungen bin.

Zur Info: Diese Fragen sind nicht einfach zu beantworten und manchmal braucht es ein bisschen Zeit, bis man die Antwort findet. Aber dann zu erleben, wie sich eine Antwort anfühlen kann, woran man eben merkt, dass es jetzt genauso stimmt, ist ein Geschenk. Und wie gesagt, mit weniger sollten Sie sich nicht zufrieden geben.

Auf meinen täglichen Spaziergängen mit meinen Hunden genieße ich es zurzeit sehr, der Natur beim Aufwachen aus dem Winterschlag zuzuschauen. Ich hab – leider – keine Ahnung, wie all die Pflanzen heißen, die da mutig sprießen, aber es tut einfach gut, nach dem langen Winter und all dem matschigen Grau endlich wieder Farben zu sehen.

Und gerade jetzt erinnert mich die Natur an ein einfaches Gesetz: alles hat seine Zeit – und jetzt beginnt die Zeit des Wachstums. Eine schöne Zeit, keine Frage. Nur haben wir Menschenkinder leider die Tendenz, diese konservieren zu wollen. Und so ist Wachstum zum Sinn und Zweck geworden. Wachstum ist das einzige Ziel, ein Weniger wird nicht akzeptiert. Die Kurve muss nach oben gehen – immer. Alles andere macht Stress.

Aber wie sagte neulich ein lieber Kollege von mir? Kein Baum hadert im Herbst mit seinem „Schicksal“. Ihm ist es egal ob er die nächsten Monate kahl rumsteht. Für ihn gehört das einfach dazu. Nur für uns Menschen gehört eine Zeit der Ruhe und des Stillstands nicht (mehr) dazu.

Wie schade. Denn jeder, der wie ich, viel draußen unterwegs ist, weiß: jede Jahreszeit hat ihre ganz eigenen Qualitäten. Die zarten Farben des Frühlings, die Hitze des Sommers, die Herbststürme und der Schnee im Winter. Was würde uns alles fehlen, wenn wir das nicht hätten?

Nur uns selbst versuchen wir diese Vielfalt vorzuenthalten. Die (mögliche) Folge: Stress, Krankheit, Frust, Zweifel.

Hier wieder die eigene Vielfalt zu entdecken und so aus diesem Teufelskreis auszubrechen, ist ein erster wichtiger Schritt. Denn manchmal rennen wir schlicht irgendwelchen Glaubensmustern hinterher, die nicht unsere sind und es auch noch nie waren.

Im Somatic Coaching kann die eigene Vielfalt erkundet und erlebt werden. Kann das Kopfkino rund um so ecklige Worte wie Stillstand, Pause oder Rückschritt angehalten werden – und dann ein neues, stimmiges Drehbuch geschrieben werden.

© 2011-2012 Coach Karin Intveen v1