Eigentlich ist mit diesem Satz alles gesagt. Denn so ist es. Und doch geistern im Kopf so Sätze wie „Wie konnte ich nur …?“ oder „Warum hab ich nicht …?“ rum. Alles kleine ecklige Selbstvorwürfe, die einem sagen wollen: Du hast Mist gebaut / du hast dich falsch verhalten / das hättest du wissen müssen.
Nur Fakt ist: wir haben in dem Moment nach bestem Wissen und Gewissen entschieden und gehandelt. Punkt. Und selbst wenn das Kind dadurch in den Brunnen gefallen ist, hilft Nachkarten wenig. Was aber hilft, ist daraus lernen. Und hinschauen.
Hierfür ist der Ausgangspunkt „Hinterher ist man immer schlauer“ optimal. Denn mit dem Wissen von heute das Thema noch mal aufrollen, entschleunigen und sortieren hilft den eigenen Mustern auf die Schliche zu kommen. Und in diesem Kontext ist dann auch die Warum-Frage zielführend. Denn dann geht es darum herauszufinden, was die Motivation für das damalige Handeln war. Für was war es gut so und nicht anders gehandelt zu haben? Auf der Basis welcher Annahmen habe ich gehandelt, entschieden? War da Angst und wenn ja was waren die Befürchtungen?
Hier wertfrei zu bleiben und den zermürbenden inneren Kritiker draußen zu halten, ist nicht einfach. Aber mit ein bisschen Übung machbar. Der Schlüssel ist die Achtsamkeit im Hier & Jetzt. Denn dadurch, dass die Sache ja rum ist, kann man im Hier & Jetzt eh nichts mehr tun oder ändern. Man kann nur lernen, um es in Zukunft – vielleicht – anders zu machen. Ich sage bewusst „anders“ und nicht „besser“, denn zum einen beinhaltet „besser“ wieder die Selbstkritik, dass es diesmal schlecht war. Und zum anderen legt es die Latte hoch und liefert dem inneren Kritiker gleich ausreichend Munition für die nächsten Selbstvorwürfe. „Anders“ ist komplett offen und neutral. Alles ist möglich und nichts ist besser oder schlechter.
Schon interessant, welche Wirkung so kleine Wörtchen haben, gell?

